|
Frage: „Was lehrst Du?"
Avinash: „Ich lehre Liebe. Nicht die Liebe, die man
gewöhnlich im Zusammenhang mit den Vorstellungen von Beziehungen
kennt.
Wenn du dich selbst bedingungslos liebst und bereit bist, das
arrogante Abgetrenntsein hinter dir zu lassen, das in der Vorstellung Ich bin so und so liegt, dann verlieren deine so
genannten Probleme die Macht über dich und lösen sich
einfach in Klarheit und Stille auf. Diese Stille geht über
die Zeit hinaus und führt zu einem Verstehen von dir selbst
als der, der du wirklich bist - über die äußeren
Erscheinungen, den Verstand, den Körper und die Gefühle
hinaus. Hier in diesem Augenblick - findest du Frieden.
Wenn du das einmal erlebt hast, kannst du es nie wieder vergessen.
Du wirst diesen Frieden gerne wieder und wieder erfahren, weil
das deine wahre Natur ist einfach im Augenblick zu sein
wo es nichts zu tun, nichts zu verbessern gibt, einfach
nur zu sein."
Frage: „Manchmal erscheint das Leben aber nicht einfach,
sondern anstrengend
"
Avinash: „Ja, wir denken, dass wir uns sehr anstrengen
müssen, damit das Leben funktioniert. Aber wieder und wieder
erleben wir, dass die Dinge einfach geschehen. Wir können
alles Mögliche versuchen, um etwas so hinzukriegen wie wir
sie haben möchten aber wenn es nicht so passieren
soll wird es nicht passieren.
Und dann wieder unternehmen wir alle Anstrengungen um etwas Bestimmtes
zu vermeiden aber wenn es passieren soll wird es passieren,
auch wenn wir das auf gar keinen Fall wollen.
Manchmal ist da die Illusion "Ich habe das geschafft. Genau
das was ich wollte, ist geschehen." Aber im nächsten
Moment, eine Woche später passiert etwas, das wir unbedingt
vermeiden wollten. Und schon sind Frustration und Schuldgefühle
da: "Ich habe mich nicht genügend angestrengt",
"Ich hätte das anders angehen sollen", "Das
ist meine Schuld", "Das ist seine Schuld", und
so drehen wir uns im Kreis. Rauf und runter, aufgeregt und ärgerlich,
glücklich und dann wieder traurig. Das ist der Kreislauf.
Es gibt Situationen im Leben die einfach passieren, und du kannst
nicht eingreifen. Also entspanne dich, es gibt nichts was du tun
kannst. Akzeptiere das was geschieht und bleibe zuhause in dir
selbst."
Frage: „Und dann? Ich kann doch nicht immer nichts tun.
Man muss doch auch handeln?"
Avinash: „Wenn die Situation nach eine Handlung erfordert
und du mit diesem Raum in dir in Kontakt bist, wenn du in dir
zu Hause bist, dann kannst du handeln. Aus dem Moment heraus agierst
du. Du schläfst nicht ein, du bist nicht ängstlich oder
zweifelnd, sondern du handelst und erlebst die Freude des Lebendigseins.
Denn geschieht das Tun von selbst. Aber man sollte den Unterschied
zwischen Aktion und Re-Aktion verstehen.
Aktion passiert ganz frisch und aus dem Moment heraus. Sie ist
meine Antwort auf das, was die Situation mir sagt.
Re-Aktion entspringt deinen Gewohnheiten, die dir von der Familie
gegeben wurden, von der Gesellschaft, von der Idee "ich bin
so und so, ich bin der Körper, ich bin meine Emotionen, und
ich bin mein Verstand." Wenn du all dies als zu dir gehörig
akzeptierst, kreiert das deine Persönlichkeit. Natürlich
hat jeder seine eigene Persönlichkeit und seine Art zu sein,
sich in der Welt zu verhalten. Aber die Vorstellung "Ich
bin so und so" trennt einen vom Selbst, von den Anderen,
und das bringt kein wahres Glück.2
Frage: „Wahres Glück? Wie kann ich das erreichen?
Avinash: „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass Glück nicht entsteht, indem man etwas in der Welt erreicht: mehr Geld, oder mehr Ruhm. Glück kommt, wenn wir das Nichts akzeptieren, wenn wir akzeptieren, dass wir alle nur auf der Durchreise sind. Wir alle kommen aus dem Nichts und gehen zurück ins Nichts. |
Also lass uns das Beste aus unserer Zeit auf diesem Planeten machen, lass uns hier glücklich sein, freundlich zu uns selbst, zuhaus in uns selbst. Entspanne dich mit dir selbst so wie du bist, indem du weißt was deine wahre Natur ist.
Wahre Entspannung schließt auch ein, wach zu sein für
das was passiert. Nichts wird ausgeklammert, aber Emotionen werden
als Empfindungen gesehen, die kommen und gehen. Alles was kommt
und geht, alles was nicht bleibt, ist nicht unsere wahre Natur.
Also kann man den Gefühlen und Empfindungen erlauben zu kommen,
und wenn sie wieder gehen hält man nicht daran fest.
Lege die Verwirrung des denkenden Verstandes beiseite und genieße
dein Leben."
Frage: „Wie bist du in Kontakt gekommen mit dem, was
Du lehrst?"
Avinash: „Was ich lehre ist die Liebe zur Wahrheit, und
die kennt keine Zeit, sondern besteht seit meiner Kindheit. Die
Begegnung mit Osho hat eine ernsthafte Suche nach der tatsächlichen
Realität verstärkt - mit dieser Aufrichtigkeit arbeitete
ich in Kommunen in der ganzen Welt und als Therapeutin mit Menschen
und reiste überall hin. Immer mit einer Priorität: mein
wahres Selbst zu finden.
Erst als ich Sri Poonjaji (Papaji) 1991 traf, verwirklichte ich
mein Selbst. Ich blieb noch sechs Jahre in seiner physischen Präsenz
und besuchte seine Satsangs.
In einem privaten Beisammensein trug er mir auf, von der Stille,
die ich gefunden hatte, zu sprechen er erwähnte das
Beispiel von Buddha, der mit 29 Jahren erleuchtet wurde und den
Rest seines Lebens sprach. Du musst sprechen, sagte
er, indem er mit dem Finger auf mein Gesicht zeigte. Bei dieser
Gelegenheit sagte er auch, dass Avinash und Gyandeva, mein Partner,
viele Menschen ins Jetzt bringen werden. Genau das
tun wir: Wir reisen herum und überall bringen wir die Menschen
ins Jetzt, in diesen Augenblick, in dem die vollkommene
Annahme dessen liegt, was existiert."
Frage: „Verwendest Du bei Deiner Arbeit irgendeine Technik?"
Avinash: „Was ich tue, hat nichts mit Techniken zu tun,
die ich in der Vergangenheit lernte. Es ist ein Ausdruck meiner
eigenen Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks. Ein Sehen
der Person und der Situation, so wie sie ist, und DARAUF eine
Antwort zu geben.
In dieser Freiheit wähle ich vielleicht einige Tarotkarten
aus, oder rede von Energie und Chakras. Das geschieht meist in
den Einzelsitzungen, wenn die Situation eine Klärung der
Alltagsthemen erfordert. Was auch immer ich tue, der Punkt, der
erreicht werden soll, ist immer derselbe: herauszufinden, wer
du wirklich bist, jenseits deiner Gedanken, Vorstellungen, vorgefasster
Meinungen, Konditionierungen und Neigungen.
Erfahre DAS, was HIER ist in diesem Wissen und Verstehen
liegt dein wahres und dauerhaftes Glück.
Frage: „Was heißt das: 'Selbst Verwirklichen'? Etwas
ist Dir geschehen eine Erfahrung?
Avinash: „Das Selbst verwirklichen
heißt zu wissen, wer du wirklich bist, über den Körper,
den Verstand, die Gefühle hinaus. Es kann nicht nur ein intellektuelles
Verstehen sein. Es ist eine direkte Erfahrung von etwas, das nicht
erklärt werden kann. - jenseits von Worten ... ein Sprung
ins Unbekannte, wo alles verschwindet, ein Nichts, raumlos - nichts
bleibt übrig. Davon kann niemand sprechen! Dennoch versucht
man, dieses Mysterium, diese Stille auszudrücken.
Die Wahrheit übersteigt alle Worte. Sie gründet sich
auf eine tiefe Anerkennung dessen, was ist. Diejenigen, die bereit
sind, dieses Mysterium anzunehmen und in das Vertrauen selbst
zu vertrauen, werden in der Lage sein, den Schleier von Illusion
und Unkenntnis zu lüften und den Glanz des inneren Lichtes
zu sehen."

|